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Dieses Thema hat 5 Antworten
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 System Nebula
Rennreh Offline




Beiträge: 364

04.03.2008 08:59
Und so beginnt es... Antworten

General Rennreh wischte sich den Schweiß von der Stirn, als er die Aufzeichnung für den neuesten ISN-Beitrag beendet hatte.
"Übertragung starten!", sagte er zu einem der Nachrichtenoffiziere innerhalb der Kommunikationszentrale auf Blue.
"Übertragung läuft!", gab dieser zurück, ohne seinen Blick vom Bildschirm zu nehmen.
"Mit Titzotaniern zu diskutieren, ist fast so anstrengend, wie mit den Hi-Ob!", seufzte Rennreh.
Sein Gegenüber, der Chef der Kommunikationszentrale, fühlte sich zu einer Antwort genötigt und meinte: "Stimmt! Es ist interessant, wie sich über die Dauer der Jahre hinweg eindeutige Fakten zu deren Gunsten verschieben lassen und ihre Fehler in Vergessenheit geraten."
"Hmmm!", antwortete der General "Im Verdrängen der eigenen Fehler waren die schon immer gut... . Naja, sei´s drum! Hauptmann Städtler!" Der Angesprochene fuhr in die Höhe "Ja, Herr General!?" "Wie sieht es aus? Wurde der Fehler bereits entdeckt, der die letzte Übertragung verstümmelt hat?"
Der Hauptmann geriet ins Stottern "Nun, äh, ... , anscheinend ... äh ..."
"Drucksen Sie hier nicht so rum, Mann!", fuhr ihn der General aufbrausend an "Woran lag es?!"
Der Hauptmann senkte seinen Blick und fuhr etwas flüssiger fort: "Wie es scheint, handelt es sich um einen Virus der Hi-Ob, Herr General!"
"Ein Virus?", fragte der General entgeistert, "Hier? In unserem System? Wie????"
"Eine erste Analyse hat ergeben, dass dieser heruntergeladen wurde, als jemand in der Kommunikationszentrale auf den ISN-Eintrag der Hi-Ob klickte. Der Virus wurde aber bereits isoliert!"
General Rennreh wurde hochrot im Gesicht. Mit gefährlich leiser Stimm fragte er: "Und welches Genie hat auf diesen Hi-Ob-Beitrag geklickt, wenn ich fragen darf?"
Der Hauptmann wurde sichtlich verlegen und schien um mehrere Zentimeter zu schrumpfen. Einer Antwort jedoch wurde er enthoben, denn plötzlich fiel das Licht aus! Sämtliche Monitore flackerten, um kurz darauf allesamt das Familienlogo des Hi-Ob-Anführers zu zeigen. In der gleichen Sekunde drang höhnisches Gelächter aus den Lautsprechern.
"RAUS HIER!!!!!", brüllte General Rennreh, doch die Warnung kam zu spät. Ein Monitor nach dem anderen zerbarst, Leitungen zerbrachen, flogen Terminals und Server in die Luft...


Eine halbe Stunde später stand General Trax, stellvertretender oberster Befehlshaber der Saxonier vor dem rauchenden Etwas, was einmal die Kommunikationszentrale der Saxonier auf Blue gewesen war.
"Verluste?", fragte er leise den Verantwortlichen des Kriseneinsatzstabes, der direkt neben ihm stand.
"Bisher konnten wir 5 Tote bergen. Weiterhin etwa 20 Verletze - 9 davon schwer. Unter den Schwerverletzen befindet sich auch General Rennreh. Außerdem werden noch 4 weitere Soldaten vermißt - jedoch konnten wir noch nicht in jeden Winkel des Komm-Bunkers vordringen, da in einigen Teilen das automatische Löschsystem ausgefallen ist und dort noch immer Brände lodern. Die gesamte Technik ist außerdem hin. Interstellare Kommunikation ist erstmal nicht möglich. Die planetare Kommunikation auf Blue funktioniert jedoch noch über herkömmliche Satellitenverbindung."
"Danke! Sie können wegtreten", antwortete Trax, ohne den Blick zu heben.
Der Offizier grüßte und entfernte sich in Richtung Bunkereingang, wo die Rettungsmannschaften gerade dabei waren, eine Bahre aus dem Inneren herauszuschleppen. Der Körper auf der Trage war zugedeckt - bis über den Scheitel...

Trax holte tief Luft, drehte sich um und zückte sein Funkgerät. "Wernholm! Hier Trax! Gibt es schon etwas Neues?"
Die Stimme des Gerufenen quäkte Sekunden später aus dem Minifunkgerät: "Die Ärzte meinten, sie hätten General Rennreh in ein künstliches Koma versetzen müssen. Ob er durchkommt, wissen sie nicht genau! Die anderen Schwerverletzten sind aber vorläufig übern Berg!"
"Danke! Veranlassen Sie, dass sich das Oberkommando in einer halben Stunde im Hauptquartier trifft! Wir haben einiges zu bereden! Trax, Ende!"
"Verstanden, Herr General! Ende!"

Rennreh Offline




Beiträge: 364

07.03.2008 07:49
#2 die Besprechung... Antworten

Nahezu alle höheren Militärs der Saxonier waren in dem Raum tief unter dem neuen saxonischen Hauptquartier auf Blue versammelt. Alles roch noch neu und frisch, denn der notgedrungene Umzug von Thali lag noch nicht allzu lange zurück. Zwar entsprach alles dem neuesten Stand der Technik, doch konnte man die Nachwehen des Umzugs noch deutlich spüren - hier stand noch ein Kabelschacht offen, hier hingen statt der üblichen Leuchtstoffröhren noch russische Kronleuchter unter der Decke, dort fehlte noch die wärmeisolierende Spezialfarbe an den Wänden, die gleichzeitig vor atomarer Strahlung schützte...

Die anwesenden Offiziere standen in Grüppchen beisammen und tuschelten um die Wette. Selbstverständlich waren die letzten Ereignisse, inklusive der Explosion im Kommunikationsbunker Hauptgesprächsthema Nummer 1. Die temporäre Übernahme des Oberkommandos durch General Trax, dem bluestämmigen Saxonier, der sich im Laufe der Jahre vom einfachen Bomberpiloten bis hinauf zum Stellvertreter des obersten Generals hochgedient hatte, wurde zwar hier und da angesprochen, jedoch nirgends ernsthaft angefochten.

Pünktlich zur vereinbarten Zeit betrat General Trax den Raum. Augenblicklich kehrte Stille ein und der blauhäutige Mann spürte die erwartungsvollen Blicke der anwesenden Offiziere auf sich ruhen.
"Meine Herren!", eröffnete er das Treffen, "Ich denke, Sie sind alle über die Ereignisse der letzten Stunden informiert. Wie geht es General Rennreh, Doktor?"
Der Angesprochene, oberster Militärarzt der saxonischen Streitkräfte, ergriff das Wort: "Der Zustand des Generals ist unverändert. Wir mussten das künstliche Koma aufrecht erhalten, denn er hat schwerste Verbrennungen erlitten, sowie ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, vermutlich ausgelöst durch umherfliegende Trümmerteile. Momentan ist sein Zustand stabil. Doch wie lange es dauern wird, bis er wieder zu sich kommt, kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen."
"Danke Doktor!" General Trax nickte dem Mediziner kurz zu und wandte sich wieder dem Rest der Versammlung zu. "Oberst Parderson - wie steht es mit der Komm?"
Der Oberst holte tief Luft, ehe er mit ernster Stimme zu sprechen begann: "Die Hauptkommunikationszentrale ist noch immer außer Funktion. Übertragungen, die in den interstellaren Bereich gehen sollen, können von uns aus eigener Kraft noch nicht bewerkstelligt werden. Allerdings gelang es uns, eine etwas veraltete Empfangsstation auf der ehemaligen SY-Insel zu reaktivieren, sodass wir zumindest wieder ISN empfangen können. Kommunikation zu unseren Kolonien ist derzeit nur mit Hilfe unserer Freunde und Verbündeten möglich."
"Wann kann man wieder mit einer völlig intakten Kommunikation rechnen?", fragte Trax.
"In etwa ein bis zwei Wochen.", antwortete der Oberst. "Früher auf keinen Fall, denn der gesamte Komplex muss von Grund auf erneuert werden."
"Danke, Oberst!" General Trax notierte sich etwas, blickte dann von seinen Unterlagen wieder auf und richtete sein Augenmerk auf General Marx. "Marx? Wie sieht es auf Tulon1 aus?"
Der Oberkommandant der Tulon1-Basis räusperte sich und begann seinen Bericht: "Vor meinem Herflug waren, wie allgemein bekannt sein dürfte, die Truppen der Legion auf Tulon1 gelandet. Ihr Ziel waren angeblich die Marsianer. Wenig später tauchten auf den Listen der Raumflugbehörde der ISG auch eine große Anzahl von Schiffen der Titzotanier auf - ebenfalls mit Kurs auf Tulon1. Unserer Streitkräfte wurden in Alarmbereitschaft versetzt und nahmen eine Position an der linken Flanke der Marsianer ein, mit Front nach Norden, da der befürchtete Angriff durch die Titzotanier vermutlich aus dieser Richtung gekommen wäre. Bereits vorher wurde unser Tiefseeüberwacher, ein U-Boot der Kolloss-Klasse, von Flugzeugen der Legion angegriffen und beschädigt. Hernach beteuerte die Legion zwar, sie würden das U-Boot ungeschoren davon kommen lassen, versenkten es anschließend aber doch. Dies alles mit der fadenscheinigen Begründung, dass mein Stellvertreter die diplomatischen Beziehungen zu den Marsianern verbessert und zu einem allianz-ähnlichen Zustand ausgebaut hätte.“
Empörtes Getuschel zwang General Marx, eine Pause einzulegen.
“Meine Herren!“, mahnte General Trax die Anwesenden zur Ruhe. Als es im Raum wieder still geworden war, fragte er den Oberbefehlshaber der Tulon1-Kolonie: „Die Legion hat also den Kolloss versenkt, weil wir jetzt auf dem Planeten, den sie und die Titzotanier angegriffen haben, einen vollwertigen, planetaren Allianzstatus mit den Marsianern haben?!“
Der Angesprochene nickte nur.
„Großer Gott! Wie konnten wir nur!“, bemerkte Oberstleutnant von Renke, Stellvertretender Kommandeur der Merpha-Kolonie, mit einem deutlichen Anflug von Sarkasmus in der Stimme. „Die Legion hat Recht! Wir gehören vor das oberste ISG-Tribunal gezerrt!“ Ein kurzer Seitenblick von Trax ließ den Offizier verstummen, sodass General Marx seinen Bericht fortsetzen konnte: „Die Begründung lief im Endeffekt darauf hinaus, dass wir jetzt angeblich auch die Gebäude der Marsianer betreten könnten. Vermutlich hat die Legion Angst, wir feiern mit den Marsianern eine große House-Party in deren Hauptquartier, und lassen die Legion nicht mitfeiern. Keine Ahnung! Jedenfalls bleiben unsere Truppen weiterhin am linken Flügel der marsianischen Abwehrstellung stehen. Unsere Einheiten haben den strikten Befehl, sich zurückzuhalten. Wird die Legion jedoch noch ein einziges Mal auf uns feuern, oder bewusst einen Schuss unserer RF-Systeme provozieren, schlagen wir zu.“
Ein Oberleutnant der Komm-Abteilung trat in den Raum, entschuldigte sich für sein Eindringen und übergab General Marx ein elektronisches Pad, ehe er sich wieder zurückzog. Marx studierte kurz die Informationen und setzte dann seinen Bericht fort: „Wie uns soeben mitgeteilt wird, haben sich die Titzotanier offenbar dazu entschlossen, ihren Betriebsausflug nach Tulon1 abzubrechen. Der größte Teil ihrer Truppen befindet sich bereits wieder im Ablug.“
„Aha“, machte General Trax nachdenklich. „Meine Herren, ich denke, wir sollten unsere Besprechung kurz unterbrechen...“

Rennreh Offline




Beiträge: 364

07.03.2008 22:10
#3 Degradierung... Antworten

Kurz vor dem eigentlich vereinbarten Zeitpunkt waren alle Offiziere des saxonischen Führungsstabes wieder im Besprechungsraum versammelt. Alle, bis auf einen: General Marx! Trax schaute mehrmals demonstrativ auf seine Uhr. Als er schließlich fast soweit war, die Besprechung auch ohne den Kommandanten von Tulon1 fortzusetzen, trat dieser endlich hinter seinem Adjutanten durch die Tür. Offenkundig gelang es ihm nur mühsam, seine Heiterkeit zu verbergen. Noch ehe Trax etwas sagen konnte, brüllte Marx´ Adjutant ein kräftiges "ACHTUNG!!" in den Raum. Sichtlich irritiert fragte Trax: "Herr Hauptmann, wollen Sie mich allen Ernstes ins Achtung stellen?!" Marx, dessen Heiterkeit nun fast unverhohlen durchzubrechen drohte, enthob seinen Adjutanten einer Antwort, indem er sprach: "Verzeihen Sie bitte, Herr Trax, nur laut den neuesten Meldungen, die uns durch Umwege über Marsianer und Karabiner übermittelt wurden, sind Sie mit sofortiger Wirkung zum Oberst degradiert worden!"
Trax´ Irritation stieg erneut um einiges Grade. "Und von wem, wenn mir die Frage gestattet sei?"
"Vom Nachrichtensender der Legion, Herr General!", erwiderte General Marx und tippte einige Befehle in eine der an der Wand stehenden Kommandokonsolen. Daraufhin erschien auf dem großen Monitor die letzte Nachricht des Legionssenders "Vox Legio". "Dies sind die neuesten Meldungen von Tulon1, die laut unserer Tulon1-Basis bereits die vergangenen Stunden kreuz und quer durch den Äther gejagt werden." Einige Offiziere konnten sich ein Lachen nicht verkneifen, als sie die Meldungen des Propagandasenders der Legion laßen, andere drehten den Kopf dezent zur Seite, um ihr Lächeln zu verbergen.
"Verzeihen Sie vielmals, General Trax", entschuldigte sich Marx in aller Form, "Doch dies konnte ich mir einfach nicht verkneifen!"
"Hmmm.", brummte Trax merklich unwillig. Erneut stellte er fest, dass er als Bluefish-Saxonier anhaltende Probleme mit dem hatte, was die terrastämmigen Saxonier als ´Humor´ bezeichneten. Andererseits war dies auch kein Wunder, denn vor der Befreiung durch die Saxonier waren die Bluefish jahrhundertelang von der eigenen intriganten Regierung und zuletzt auch von den SY unterdrückt worden. Böse Zungen behaupteten sogar, die Bluefish hätten in dieser langen Zeit ihr Lachen verlernt. Andererseits hieß es auch, sie hätten dafür einen ausgeprägten Sinn für Sarkasmus entwickelt, den Trax auch gleich unter Beweis stellte: "Nun gut, was kann man auch von einem Volk erwarten, das offenkundig nichts anderes ist, als ein Bauer auf dem Schachbrett der VV und anderer Großen. Man kann von einfachen Fußsoldaten nicht erwarten, dass sie sich in den höheren Strukturen der Offizierslaufbahn auskennen. Also Gut, meine Herren! Wenden wir uns wieder den ernsten Dingen des Lebens zu: General Marx! Was machen unsere Raketenpanzer im Herzen der marsianischen Basis?!"
Der Angesprochene reagierte mit deutlichem Unverständnis: "Es tut mir leid, General Trax, doch die Informationen der Legion scheinen mal wieder ein wenig von der Realität abzuweichen. Unsere beiden Python2 befinden sich am rechten Flügel der Marsianer. Zudem stehen sie in der hintersten Reihe und werden gerade weiter nach Norden verlegt. Offenkundig ist es nur ein weiterer plumper Versuch, zukünftige Angriffe gegen uns zu rechtfertigen. Anscheinend befindet sich jede unserer Einheiten, welche die Frechheit besitzt, auch nur einen Fuß vor die Tür unseres eigenen Hauptquartiers zu setzen, damit in den Augen der Legion automatisch im tiefsten Zentrum der Marsianer-Basis. Sieht man sich einmal die Struktur der momentanen Front an," wieder tippte Marx einige kurze Befehle in die Konsole ein, woraufhin der Bildschirm auf eine taktische Darstellung der Situation auf Tulon1 umzuspringen begann, "stellt man leicht fest, dass entweder die Aufklärung der Legion arg zu wünschen übrig läßt, oder dieses Volk nicht allzu viel mit Geometrie am Hut hat. Wenn es einmal herauskommt, WO diese Raketenwerfer wirklich stehen, dürfte dies für die Legion recht blamabel, um nicht zu sagen: peinlich werden."
"Hmmm. Nun ja. Sei es, wie es sei.", sprach General Trax nachdenklich. "In einem hat die Legion jedoch Recht: Unser Verhalten wird sich in Zukunft radikal ändern! Der bisherige Schmusekurs, den mein Freund Rennreh bis jetzt gefahren ist, wird sich in Zukunft umkehren! Wer uns ab jetzt versucht, auf gut Saxonisch: ans Bein zu pinkeln, der wird eine üble Überraschung erleben. Anscheinend haben einige größere und mittlere Völker das freundliche und eher friedlich orientierte Verhalten General Rennrehs als Zeichen der Schwäche gedeutet. Damit ist jetzt Schluss! Ein für alle Mal! Die Duldung der angeblich ´wissenschaftlichen Experimente´ dieser Pseudowissenschaftler und LuX-Handlanger wurde offenbar derart missgedeutet, dass jeder, der ein Problem mit den Marsianern hat, ab sofort ungestraft auf Tulon1 einfallen kann, und dass die inzwischen üblich gewordene Drohung, uns die Outsider auf den Hals zu hetzten, ausreicht, damit wir uns wimmernd in unserer Basis einschließen. Ab sofort wird jeder, und ich meine JEDER, der uns oder unser Verbündeten auf Planeten angreift, auf denen die AoB eine Basis unterhält, automatisch zum Todfeind erklärt! Ich hab ehrlich gesagt die Faxen dicke, mich jedes Mal auf langfristige Diskussionen und Kompromisse einzulassen. Ich weiß nicht, wo General Rennreh in der Vergangenheit die Nerven dafür hergenommen hat. Ich jedenfalls habe nicht vor, meine Zeit damit zu verschwenden! Damit steht es jedem Volk frei, sich uns als Gegner auszusuchen. Wer dies tun will, bitte schön! Nur dann soll hinterher keine Gejammere mehr kommen!"
General Trax riss sich von der taktischen Karte des Planeten Tulon1 los und wandte sich wieder dem versammelten Offizierskorps zu. "Wie verläuft Operation Vulkanausbruch?"
"Die Operation ist angelaufen, Herr General!", meldete ein Major der Transportabteilung. "Nur..."
"Nur - was?", entgegnete Trax.
"Nun, der Gegner scheint irgendwie Wind von der Sache bekommen zu haben. Offenbar hat er bereits reagiert, noch ehe die Aktion eigentlich anlief! Der Geheimdienst ist der Sache bereits auf der Spur. Anscheinend gibt es irgendwo eine undichte Stelle, wobei Lecks innerhalb der AoB und auch bei befreundeten Völkern zu 100% ausgeschlossen werden können!"
General Trax ließ sich diese beunruhigenden Neuigkeiten erst gründlich durch den Kopf gehen, ehe er meinte: "Setzten sie alle unsere Informanten und Spitzel auf die Sache an, die der Geheimdienst zur Verfügung hat! Ich will den dafür Verantwortlichen finden und ihn hier auf Blue haben!"
"Jawohl, Herr General!"
"Gibt es sonst noch etwas?", fragte Trax in die Runde.
"Eine Bemerkung hätte ich noch, Herr General!", warf Oberst Steinberger, Verantwortlicher Offizier der auswärtigen Abteilung ein.
"Ich höre."
"Nun, im Bezug auf die radikale Änderung unserer Außenpolitik würde ich vorschlagen, die jüngeren Völker außen vor zu lassen. Der Kurs von General Rennreh hat uns bisher schon einige Freunde unter diesen beschehrt."
"Selbstverständlich!", beschwichtigte Trax. "Unser Verhalten jüngeren und kleineren Völkern gegenüber wird sich natürlich nicht ändern. Hier wird dem übliche Kodex von Hilfe und Verständigung weiter gefolgt. Wir wären nicht besser, als die, die wir bekämpfen, wenn wir uns an denen bereichern würden, die noch nicht wissen, bzw. wissen können, wie es in der ISG-Konzessionszone zugeht. Die Besprechung ist hiermit beendet, meine Herren. Sie können wegtreten."

Rennreh Offline




Beiträge: 364

10.03.2008 22:23
#4 auf ISN nichts wirklich Neues... Antworten

General Trax saß einsam und verlassen in dem großen Beratungszimmer, 24 Meter unter dem Komplex des saxonischen Hauptquartiers. Aufmerksam studierte er die neuesten Berichte von Tulon1, sowie die restlichen interstellaren Meldungen, die man zwar empfangen, jedoch momentan noch nicht über ISN kommentieren konnte. Den Tulon1-Bericht legte er kopfschüttelnd beiseite. Um die Legion würde man sich auf ISN "kümmern", wenn man wieder uneingeschränkten Zugriff nach außen hin hatte. Der Stoff, den die Legion auf dem Planeten lieferte, würde reichen, sie propagandistisch derartig fertig zu machen, dass nicht einmal ihre eigenen Mütter mehr etwas mit ihnen würden zu tun haben wollen. Dazu bräuchte man noch nicht einmal allzu tief in die Trickkiste der - wie drückte sich die Legion selbst erst kürzlich aus - "Haarspalterei" greifen zu müssen! Dazu würden alleine die Fakten genügen, die sie selbst geschaffen hatten. Genau genommen war schon deren Eintreffen auf Tulon1 eine Unverschämtheit gewesen, die Ihresgleichen suchte! Den Pseudowissenschaftlern hatte man seinerzeit noch Immunität, bzw. Schonung gewährt. Dies alles in der Hoffnung, man könnte auf das Konglomerat aus LuX und Sirianern einmal zurückgreifen, wenn es zum großen Showdown gegen die Outsider kommen würde. Als man den selbsternannten Wissenschaftlern erlaubt hatte, sich auf Tulon1 auszutoben, waren diese und ihre Herren noch ganz Feuer und Flamme und voller Lob gewesen. Es hieß noch ´Ehre den Saxoniern´ und das ganze übliche Honig-um´s-Maul-schmieren-Gewäsch. Kaum tauchte daraufhin die Legion auf - offenbar in der Annahme, im Freibrief für die Wissenschaftler mit inbegriffen gewesen zu sein - und man stellte sie vor klare Fakten, war es damit allerdings schnell vorbei! Dann wurde plötzlich mit eben jenen Outsidern gedroht! Unglaublich! Einfach unglaublich! Glücklicherweise war das Vorgehen im Großen und Ganzen mit den eigenen Verbündeten abgesprochen gewesen, sodass es den ganzen selbsternannten lichten Leuchten recht schwer fallen dürfte, einen Keil zwischen das zu treiben, was in den vergangenen Jahren zwischen AoB und Liga an Freundschaft erblüht war. Selbstverständlich würde sie das nicht davon abhalten, es trotzdem zu versuchen - mit den üblichen Halbwahrheiten und den ganzen anderen plumpen Versuchen. Doch dies würde auch hier nicht fruchten und sie würden die Quittung dafür kassieren. Zuerst auf ISN! Nun ja, doch alles zu seiner Zeit...
General Trax kam leider nicht dazu, seinen Gedankengängen weiter zu folgen, denn er vernahm Schritte auf dem Flur. Da sich der Besprechungsraum am Ende des kahlen Betontunnels befand, war ihm klar, dass die Schritte nur jemanden zu ihm selbst führen konnten. Und er sollte Recht behalten: Nur Sekunden später betrat Oberst Steinberger, der Verbindungsoffizier der Auswärtigen Abteilung das Zimmer.
"Herr General!?"
"Treten Sie ein, Oberst! Was haben Sie Neues?"
Steinberger trat über die Schwelle, überwandt die paar Meter bis zu den großen Kartentisch, an dem der General saß und übergab diesem ein Pad mit den Worten: "Die neuesten Nachrichten von ISN"
Wortlos nahm General Trax das Pad entgegen und überflog die neuesten Tiraden der Titzotanier, vorerst nur kommentiert durch ein Seufzen, das eine Mischung aus Genervtheit, Resignation und grenzenloser Müdigkeit widerspiegelt.
"Großartig!", setzte er trotz allem zu einem Kommentar an. "Kaum sind wir durch ihre Kumpanen verbal außer Gefecht gesetzt, versuchen sie nun, ihre eigenen ´Wahrheiten´ bei den Karabinern unterzubringen. Erbärmlich! Als ob eine Unwahrheit dadurch wahrer würde, dass man sie gebetsmühlenartig wiederholt!"
"Zumindest fängt man mit der Zeit an, die eigene ´Wahrheit´ selbst zu glauben, wenn man sie sich nur oft genug selber einredet!", unterbrach der Oberst die Gedankengänge Trax´.
Trax nickte. "Und hier liefern sie auch gleich noch den nächsten Beweis für ihren vielgerühmten `Heldenmut`: Die Outsider werden Euch alle heimsuchen!!!! Großer Blauer im Himmel! Wie erbärmlich! Können die Titzos nicht mal einen Kampf selbst bestreiten? Wenn es darum geht, ehemaligen Allianzmitgliedern ein Messer in den Rücken zu rammen, scheuen sie nicht davor zurück, mit dem Teufel selbst zusammenzuarbeiten. Zur Rechtfertigung werden dann Sachen an den Haaren herbeigezogen, die jeglicher logischen Grundlage entbehren. Dann wird geprahlt mit den Erfolgen der titzotanischen Strategen und Kämpfer. Und kaum geht es ihnen mal selbst an den Kragen, werfen sie sich weinend zu Boden, kriechen zu den Outsidern und betteln um Hilfe! Wie beschähmend! Und sowas darf laut ISG weiterhin den Namen VV tragen! Spätestens jetzt wäre der Zeitpunkt für jeden, der auch nur einen Funken Ehre im Leib hat, gekommen, diesen billigen Abklatsch dessen, was die Vereinten Völker einst repräsentierten, zu verlassen. Herrje! Wie konnte die VV nur derart verkommen?! Naja, das soll nun zum Glück nicht mehr unser Problem sein!"
Trax, der bisher mehr zu sich selbst gesprochen hatte, blickte den Oberst an und fragte: "Wie läuft Vulkanausbruch?"
"Voraussichtliche Ankunft in 7/60 EZ."
"Also planmäßig!", nickte General Trax sichtlich zufrieden. Doch gleich darauf verdüsterte sich sein Gesicht wieder. "Hat der Geheimdienst schon etwas wegen der undichten Stelle in Erfahrung bringen können? Die Titzos haben ihre Truppen von Tulon1 ja erstaunlich schnell und vor allem zielsicher wieder abgezogen!"
"Leider nicht, Herr General!", war die bedauernde Antwort des Oberst.
"Schade!", erwiderte Trax nur. "Interessant ist aber vor allem die Namenswahl der Titzos für die hi-ob´sche Verräterbande: Antaraner! Tarnten sich die Gewohnheitsverräter nicht mit eben diesem Name, als sie uns auf Lussx in den Rücken fielen?"
"Ja, Herr General! Sie tarnten sich seinerzeit tatsächlich als ´Antaraner´, als sie uns von Lussx vertrieben!"
"Interessant! Interessant!", sinnierte Trax. "Da sich kaum noch ein Volk an diesen Vorfall erinnern dürfte, da wir nicht so einen Wind um den Verlust einer unbedeutenden Basis zu machen pflegen, wie es die Titzos tun, dürfte dies auf ausführliche Absprachen hindeuten. Schon wieder! Also dürften die Titzos wirklich auf Knien in die Hi-Ob-Basis gerutscht sein, als sie unsere Schiffe in der ISG-Raumflug-Liste entdeckten!"
"Mit Sicherheit, Herr General!", pflichtete der Oberst Trax bei. "Jedem dürfte wohl der Allerwerteste auf Grundeis gehen, wenn er vier offenkundig feindliche Raumschiffe mit Kurs auf eine eigene Basis auf den Scannern entdeckt!"
"Sicher! Aber wo ist denn dann plötzlich der ´Heldenmut´ der titzotanischen Waffenbediener geblieben, die ja angeblich ach so tapfer gegen GoH, AoB, SY und wie sie nicht alle hießen, gekämpft haben wollen?!"
"Hinter dem Rücken derer, hinter denen sie sich in den meisten Fällen immer zu verstecken pflegten, vermute ich mal!" antwortete Oberst Steinberger frei heraus.
General Trax kommentierte dies lediglich mit einem zustimmenden Nicken.
"Gut. Sie können wegtreten, Oberst."
Steinberger grüßte und machte eine vorschriftsmäßige Kehrtwendung. Ehe er jedoch die Tür des Raumes durchschreiten konnte, erreichte ihn noch ein Satz des Generals: "Und ehe ich es vergesse: für den Fall, dass unsere Komm in absehbarer Zeit wieder funktioniert, stellen sie doch bitte eine Rechnung an die Titzotanier für die Einheiten zusammen, die wie zur ersten Tomahawk-Schlacht beigesteuert haben und von denen wir auch keinen einzigen Demon wiedergesehen haben - nur für den Fall, dass diese ´Helden´ es sich noch einmal wagen sollten, auch nur ein Wort wegen der unersetzten Verluste ihrer lächerlichen Blechschiffchen bei der Neuauflage von Tomahawk zu verlieren!"
Oberst Steinberger nickte und verließ den Raum. ´Hey!´, dachte er bei sich, ´Der General scheint allmählich doch eine Art von Humor zu entwickeln! Zwar einen etwas Schrägen - aber immerhin!´

Lucius Offline



Beiträge: 648

11.03.2008 02:31
#5 RE: auf ISN nichts wirklich Neues... Antworten
Zur gleichen Zeit auf Tulon2, New-Hallwa, Legionshauptquartier

...Der man seufzte laut und legte den Stapel Papier beiseite. Er hatte sich immer vor diesem Moment gefürchtet. Vor dem Moment, wenn er sich selbst sein Scheitern eingestehen müsste. Alle Bemühungen haben nichts gebracht. Der alte, weise vorlonische Wahrsager hatte recht behalten - es wird die Zeit kommen und er wird zwischen Teufel und Beelzebub wählen müssen. Nun denn. Er hatte diesen Emporkömmling Oberst Trax satt. Zuerst den Anschlag auf General Rennreh inszenieren, um dann alles zu verraten wofür dieser stand und die Ehre der Saxonier aufzugeben. Und diese plumpen Diskreditierungsversuche... eigentlich lächerlich, aber ermüdend. Ist Trax vielleicht ein marsianischer Agent? Egal, es ändert nichts. Er drückte einen verborgenen Knopf, worauf ein jünger Liktor den Raum betrat.
"Nemmt sofort Verbindung zu Publius Valerius auf. Fall Rot." Der Liktor salutierte und ging.
Der mann saß wie versteinert und starrte mit abwesenden Augen die Wand an. Dann stand er auf und lächelte. Zum ersten mal seit vielen, vielen Sternenzyklen. Das Licht war mit ihnen.

_________________________
Alle warten auf das Licht
fürchtet euch fürchtet euch nicht
die Sonne scheint mir aus den Augen
sie wird heute Nacht nicht untergehen
und die Welt zählt laut bis zehn

(Rammstein)

magared Offline




Beiträge: 23

11.03.2008 19:07
#6 RE: Und so beginnt es... Antworten

offizielle verlautbarung der dark species

im östlichen meer wurde eine landeplattform ausgemacht. geheimdienstinformationen deuten auf eine invasion durch die saxonier hin.

eine anfrage über den zweck der landung wurde bisher von den als feindlich eingestuften truppen nicht beantwortet.

die armeen der dark species wurden in höchste alarmbereitschaft versetzt.

magared (gesandter der dark species)

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